Ignaz Netzer – der Bluesinator am Roten Pavillon
12. August 2026 | Holger Niemann
Sonntag, 9.8.2026,
Ignaz Netzer – Der Bluesinator am Roten Pavillon
Endlich einmal ein Pavillon-Sonntag mit echtem openair-Wetter. Sonne pur und Temperaturen um 25/26 Grad, dazu ein leichter Wind;
im Schatten unseres Bühnen-Baumes ließ es sich bei schöner Musik gut aushalten.
Aus dem schönen Neuenstein (in der Nähe von Schwäbisch Hall) war Sänger und Gitarrist Ignaz Netzer in den Norden gekommen, um uns Nordlichtern die Vielfältigkeit des Blues zu zeigen.
Zu seinem ersten Konzert am Roten Pavillon hatte Ignaz Netzer drei Gitarren und seine Mundharmonika mitgebracht.
Er startete schwungvoll mit „Brown Monkeys“, welches wie nahezu alle Songs dieses Nachmittags in Text und Musik von ihm selbst stammen; an diesem Nachmittag bevorzugt von seiner CD „When the music ist over“ für die er für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert war und die ausschlaggebend war, dass er im gleichen Jahr mit dem German Blues Award ausgezeichnet wurde.
Weiter ging es mit „Drowning in the Blues“ und dem „Harp Boogie“. Allerdings durfte auch das Publikum mitmachen beim Gospel „Jesus on the Main Line“ galt es mit „Tell him what you want“ zu antworten (sinngemäß für „Wenn Jesus am Telefon ist – kannst Du ihm alles sagen“), was nach etwas anfänglichem Stocken zunehmen flüssiger klappte. Ignaz Netzer hatte schließlich vorab angekündigt, dass nur in den Himmel kommen könne, wer mitsinge (dafür bräuchte man dann auch nicht mehr zum nächsten Gottesdienst gehen…)
Beeindruckend brachte Ignaz dann auch noch seinen „Goschahobel“, also seine Mundharmonika beim Muddy Waters-Klassiker „Catfish Blues zum Einsatz, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Mundharmonika im schwäbischen Trossingen erstmals erbaut wurden.
Ignaz Netzer ist auch ein großer Katzenfreund und zählt mittlerweile 5 Katzen zu seinem Haushalt. Für alle Katzen hat er ein Lied geschrieben und brachte im Konzert „Tribute to Brownie and Sonny“. Der jüngste Katzennachwuchs im Hause Netzer rangiert seiner Ansicht im Charakter zwischen sentimentalem Träumer und Kamikaze und wurde daher „Gaga“ getauft. Wir durften auch den Song für „Lady Gaga“ hören, wobei ein fachkundiger Freund erkannte, dass es sich bei Lady Gaga um einen Kater handelt. So kann´s gehen. Diese und andere Geschichten sind im seinem Buch „Wie die Katzen auf den Blues kamen“ niedergeschrieben, welches Ignaz Netzer mit einer Auswahl seiner CD´s auch den Besuchern anbot.
Mit Bottleneck-Einsatz bekamen wir auch demonstriert, dass der Chicago-Blues, der aus dem Mississippi-Delta stammt, völlig anders klingt: Typisch sind der raue Gesang, die klagende Slide-Gitarre und einfache Rhythmen.
Zum Ende des Konzertes kam mit „When the music is over“ noch eine wunderschöne Blues-Ballade und als Rausschmeißer und Zugabe „Pinkys Song“
Zu Recht großer Applaus für ein tolles Konzert openair neben dem Roten Pavillon.
Holger Niemann
Der Rote Pavillon – Elmshorns kleinste Bühne
diesmal im schönsten Sonnenschein
